Kinderbehandlung

Die Kinderbehandlung erfordert besondere Sorgfalt und Einfühlungsvermögen. Um die kleinen Patienten an einen stressfreien Zahnarztbesuch ohne Angst heranzuführen, nehmen wir uns besonders viel Zeit.

Wenn ein Kleinkind frühzeitig an das Geschehen in der Zahnarztpraxis herangeführt wird und es die Redewendung “Angst vorm Zahnarzt” gar nicht erst kennenlernt, wird es die Kontrolluntersuchung durch den Zahnarzt (mindestens 2x jährlich!) als eine Selbstverständlichkeit betrachten.

Die Kinder werden bei uns spielerisch an die Untersuchung herangeführt, es wird viel erklärt und die Kinder dürfen alles genau kennen lernen. Das Hauptproblem ist meist die unbewusst übertragene Angst der Eltern auf die Kinder.

Hat man selbst große Angst, am besten gar nicht viel erklären und einfach einen Kennlern-Kontroll-Termin vereinbaren. Die meisten Kinder machen mit Neugier und Spaß die Untersuchung mit. Schwierig wird es auch, wenn mit dem Zahnarztbesuch gedroht wird. Die Kinder haben dann natürlich Angst und eine negative Erwartungshaltung.

Kinder brauchen eine besondere Behandlung, da sich Kinderzahnheilkunde sich grundsätzlich von der Zahnheilkunde für Erwachsene unterscheidet.

Während der Kindheit finden permanent Wachstumsänderungen statt. Im Kiefer- und Zahnbereich kann oft binnen weniger Monate eine Situation entstehen, die zahnärztliches Eingreifen erfordert. So müssen z.B. Milchzähne, die den Durchbruch bleibender Zähne blockieren, rechtzeitig entfernt werden Kariöse Milchzähne können neu durchbrechende bleibende Zähne mit Karies anstecken und müssen daher rechtzeitig behandelt werden.

Ein zu kurz entwickeltes Zungen-/Lippenbändchen kann die Entwicklung einer klaren Aussprache beeinträchtigen. Rechtzeitig erkannt und behandelt, kann oft eine lang währende logopädische Therapie vermieden werden. Das Kariesrisiko ist höher als bei Erwachsenen, weil der Nutzen einer kontinuierlichen Mundhygiene vielen Kindern noch nicht klar ist, außerdem verfügen Kinder meist noch nicht über die notwendige Feinmotorik, die zur effektiven Zahnreinigung wichtig ist – Gute Gründe das Angebot der zahnärztlichen Kontrolle.

Die Kassenzahnärztinnen und -zahnärzte in Deutschland bieten Früherkennungsuntersuchungen ab dem 30. Lebensmonat an. Bei diesen Untersuchungen werden nicht nur die Milchzähne kontrolliert, sondern auch mögliche Fehlstellungen der Zähne und des Kiefers festgestellt.

Die ersten Milchzähne brechen zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat durch. Von Anfang an sollte jedes kleine Zähnchen gepflegt werden. In den ersten Lebensmonaten geschieht dies am besten mit einem kleinen Wattestäbchen. Später mit einer speziellen Babyzahnbürste. So ab dem dritten Lebensjahr kann Ihr Kind zunächst spielerisch dem Umgang mit der Zahnbürste üben. Diese Form der Zahnpflege ist noch nicht effektiv, das elterliche Nachputzen ist noch einige Jahre notwendig.

Eine kleine Hilfestellung für das systematische Putzen ist KAI: erst Kauflächen, dann Außenflächen, danach Innenflächen. Die Vorsorgeuntersuchung (2x jährlich) und Intensivmotivationen zum Thema Karies, Ernährung und Zahnpflege sind wichtige Grundlagen bei unseren gemeinsamen Bemühungen um die Zahngesundheit Ihrer Kinder. Mit viel Zeit versuchen wir mit Ihrem Kind den Zahnarztbesuch so natürlich und verständlich wie möglich zu machen.

Bitte beachten Sie auch das Eltern in den meisten Fällen die Erreger von Karies und Zahnfleischerkrankungen auf ihre Kinder übertragen. Selbst bei guter Mundhygiene haben die Kinder dann ein erhöhtes Risiko für Zahnschäden. Nutzen Sie daher die Möglichkeiten der Prophylaxe für die ganze Familie. Sie sind Vorbild: Ihre Kinder ahmen ganz natürlich während ihrer Entwicklung das Verhalten der Grossen nach. Meiden Sie die versteckten Zucker in Limonade, Fertigtees, Brotaufstrichen oder Hustensäften und bitte keine Süßigkeiten als Belohnung!

Kindgerechte Ansprache und eine Atmosphäre, in der sich die Kleinen wohl fühlen, helfen uns, auf eine belastende Vollnarkose oder Sedierung (Betäubung) zu verzichten.

Durch eine regelmäßige Prophylaxe können wir kariöse Zähne und kieferorthopädische Misslagen früh erkennen und die Behandlung so klein wie nötig halten.

Da uns die Kariesvorbeugung der jungen Patienten besonders am Herzen liegt, haben wir in unserer Praxis das Prophylaxekonzept für Kinder und Jugendliche erweitert: Mittels eines Lasergerätes (Diagnodent) werden schmerz und stralhungsfrei alle Zähne auf schon kleinste kariöse Läsionen untersucht.

Grundsätzlich sollten fluoridhaltige Zahncremes und Spülungen bei Kindern erst angewendet werden, wenn Kinder sicher ausspucken können. Solange die Zahncreme jedoch nicht richtig ausgespuckt werden kann, muss man davon ausgehen, diese wird verschluckt. In dieser Zeit sollte noch eine Kinderzahncreme verwerndet werden, da diese weniger Flourid enthält. Fluoride sind im Trinkwasser und Lebensmitteln enthalten. Sie bewirken, dass der Zahnschmelz widerstandfähiger gegen die kariesauslösenden Säuren wird. Um diesen Effekt zu verstärken gibt es Fluoridtabletten und Zahnpasta und Mundspülungen und zahnärztliche Lacke, die mit Fluorid angereichert sind. In der Auswahl und Dosierung beraten wir Sie gerne.

Ungefähr mit dem sechsten Lebensjahr, bricht der erste große Molar (Backenzahn) durch, ohne das diesem ein Milchzahnverlust einhergeht. Zum Schutz der bleibenden Backenzähne bieten Zahnärzte die Versiegelung an. Durch diese schmerzfreie Behandlung lassen sich die Täler zwischen den Höckern, den Fissurenmit einem dünnfließendem Kunststoff auffüllen. So können in den oft sehr engen Zahnvertiefungen keine Beläge zurückbleiben. Das Kariesrisiko für diese Zähne wird vermindert. Im Laufe der Zeit nutzt sich eine Versiegelung wieder ab.. Daher sollte eine Versiegelung zweimal im Jahr kontrolliert werden, damit sie rechtzeitig erneuert werden kann.